Kontroverse um kulturelle (In-)Sensibilität in den Medien

  • 17 October, 2020
  • Carina Rother
Die Preisträger in der Kategorie Beste Moderation eines Kinder- und Jugendprogramms Buya (l.) und Pagnoyod (r.) (CNA)

Ein großer Erfolg für einen jungen Moderator und Schauspieler:

Der 16-jährige Si Pagnoyod holt am 26. September zusammen mit seinem Co-Moderator Buya (17.) bei Taiwans Fernsehpreisen, den Golden Bell Awards, die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Moderation eines Kinder- und Jugendprogramms". Es ist ausgerechnet seine Kleidung, die in den folgenden Tagen Schlagzeilen macht: Si Pagnoyod trägt eine Tracht, wie sie Angehörige des Volks der Tao zu festlichen Anlässen anziehen, die aus einer offenen Weste und einem handgewebten Lendenschurz besteht. Pagnoyod bekundet bei der Preisverleihung seinen Stolz, die Tradition seines Volkes vor einem großen Fernsehpublikum zeigen zu können.

Doch Taiwans Boulevardzeitungen titeln am nächsten Tag mit Kommentaren zum entblößten Po des 16-Jährigen. Die Ureinwohnerkommission kritisiert die Mangelnde kulturelle Sensibilität der Medien, und sogar Premierminister Su Tseng-chang äußert sich zu Wort, mit einem Apell für mehr Respekt vor kultureller Vielfalt in Taiwan.

Im Blickpunkt gibt es einen Überblich über die Debatte.

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