Vatikans Abkommen mit China beeinträchtigt Beziehungen zu Taiwan nicht

  • 15 September, 2020

Taipeh – 15. September 2020. Der Vatikan habe zugesichert, dass seine Verlängerung eines Abkommens mit China über die Ernennung katholischer Bischöfe seine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan nicht beeinträchtigen werde, sagte das taiwanische Außenministerium (MOFA) am Dienstag.

Man habe die Interaktionen zwischen dem Vatikan und Peking genau beobachtet, so die Sprecherin des Außenamtes Joanne Ou (歐江安) bei einer Pressekonferenz. Außedem pflege das Außenamt eine enge Kommunikation mit dem Heiligen Stuhl.

Sie reagierte damit auf Fragen von Reportern, ob die Entscheidung des Vatikans, sein Abkommen mit China über die Ernennung von Bischöfen um weitere zwei Jahre zu verlängern, die Beziehungen Taiwans zu seinem einzigen diplomatischen Verbündeten in Europa negativ beeinflussen würde.

Der Vatikan habe Taiwan wiederholt versichert, dass die Vereinbarung über die Ernennung von Bischöfen mit China eher eine religiöse als eine diplomatische Angelegenheit sei, erklärte Ou.

Italienischen Medien zufolge habe der Staatssekretär des Vatikans, Pietro Parolin, am Montag erklärt, dass der Kirchenstaat beabsichtige, sein provisorisches Abkommen mit Peking zu erneuern. Dieses Abkommen wurde im September 2018 unterzeichnet und wird in diesem Monat auslaufen.
Im Rahmen des Abkommens schlägt Peking dem Papst Bischöfe zur Ernennung vor, die der Papst entweder ernennen oder gegen die er sein Veto einlegen kann. Religiöse Einrichtungen dürfen in China nur unter staatlicher Aufsicht tätig sein und Gottesdienste nur in staatlich anerkannten Kirchen abhalten.

Ou unterstrich, dass Taiwan die Hoffnung des Vatikans unterstütze, dass sein Abkommen mit Peking zur Verbesserung der Religionsfreiheit in China beitragen werde.
Sie wies allerdings darauf hin, dass sich seit 2018, als das Abkommen unterzeichnet wurde, die Notlage der Katholiken in China jedoch nicht verbessert zu haben scheint. Man habe gesehen, dass die chinesische Regierung ihre religiösen Verfolgungen fortsetze, so Ou. Viele Katholiken würden weiterhin ins Gefängnis gesteckt und viele Kirchen abgerissen.

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