Außen- und Gesundheitsminister plädieren für Taiwans WHO-Beitritt

  • 06 May, 2020
Außenminister Joseph Wu im britischen Monocle 24-Radio

Taiwans Außenminister und Gesundheitsminister sprachen sich gegenüber ausländischen Medien für eine Einbeziehung Taiwans in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus.

Außenminister Joseph Wu (吳釗燮) gab im Vorfeld der kommenden Weltgesundheitsversammlung (WHA) im Auslandsprogramm der „Monocle 24“ Radiostation ein Exklusivinterview über Erfolg und Strategie von Taiwans Epidemieprävention. Der Titel der Sendung lautete „Was kann die Welt von Taiwan lernen?“. Die Radiostation gehört zum britischen „Monocle“-Magazin.

Laut Joseph Wu schien Taiwan wegen seiner Erfahrungen aus der SARS-Krise 2003 besser vorbereitet als andere Länder. Taiwans Methode bei der Versorgung mit ausreichenden Schlüsselmaterialien, einer Erhöhung der Lagerbestände, ausreichender Bereitstellung medizinischer Ressourcen und die Vorbereitungen auf einen ökonomische Rezession könne auch in anderen Ländern erfolgreich angewandt werden. Diese Erfahrungen mit anderen Ländern zu teilen, sei der Grund für einen Beitritt in die WHO, sagte Außenminister Wu.

Das italienische Online-Wirtschaftsmagazin “Affari Italiani” veröffentlichte Textpassagen von Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中), Leiter des Epidemie-Kommandozentrums CECC.

Den Ausschluss Taiwans aus der WHO aus politischen Gründen bezeichnete er als „unklug“. Taiwans Erfahrungen beim Betreiben eines Gesundheitsnetzwerkes und öffentlicher Gesundheit als auch der Epidemiebekämpfung  könnte mit der Welt geteilt werden. Er hoffe, dass die COVID-19-Krise die WHO erkennen lasse, welchen Schaden Lücken bei den globalen Präventionsmaßnahmen anrichten können.

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