Außenminister: Taiwan will keine Konfrontation mit China

  • 13 September, 2019
Interview mit Außenminister Joseph Wu in der österreichischen Tageszeitung 'Die Presse' (Foto: Taipei Wirtschafts- und Kulturbüro in Österreich)

Taipei – 13.9.2019 - Die Lage in Hongkong habe auch Auswirkungen auf Taiwan, so Taiwans Außenminister bei einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“. Wu sagte, China habe bei der Übernahme Hongkongs 1997 versprochen, dass sich für die Menschen dort für die nächsten 50 Jahre in Bezug auf Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts ändern werde. Das „Ein Land, zwei Systeme“-Prinzip sollte auch als Vorzeigemodell für Taiwan und China dienen. Doch man sehe, dass Pressefreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Rechtsstaarlichkeit erodiert worden seien. Für die Taiwaner bedeute dies, dass man auf China nicht als Partner zählen könne.

Wu sagte außerdem, dass 99 Prozent der Taiwaner eine Vereinigung mit China ablehnten. Es sei möglich, dass China Taiwan mit militärischer Gewalt übernehmen wolle. Dies bedeutete Krieg und Zerstörung. Deshalb setze Taiwan alles daran, um eine Konfrontation mit China zu vermeiden und Taiwans Freiheit zu bewahren. Außenminister Wu sagte außerdem, Taiwan werde die USA nicht bitten, Taiwan zu verteidigen. Wenn jedoch die USA Taiwan helfen wollten, werde Taiwan dies sehr schätzen. Das ultimative Ziel Taiwans sei jedoch, sich selbst verteidigen zu können.

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