Peking bestätigt nach Wochen Festnahme eines Taiwaners

  • 11 September, 2019
Morrison Lee, seit dem 20. August verschwunden

Behörden Chinas gaben an, den Taiwaner Morrison Lee in Gewahrsam genommen zu haben. Die Meldung erfolgte Wochen nach seinem Verschwinden. Die Angehörigen und Freunde des Taiwaners haben seit dem 20. August jeglichen Kontakt zu ihm verloren. An dem Tag wollte er von Hongkong in die südchinesische Stadt Shenzhen reisen.

Wie Chinas Büro für Taiwanangelegenheiten (TAO) mitteilte, wird er wegen „krimineller Aktivitäten, welche die Landessicherheit Chinas bedrohen könnten“ vernommen. Lee ist Berater der Gemeinde Fangliao im südtaiwanischen Landkreis Pingtung und soll mit der Demokratiebewegung in Hongkong sympathisiert haben. Kurz vor seinem Verschwinden veröffentlichte er auf seiner Facebook-Seite Fotos von chinesischen Truppenansammlungen an der Grenze von Hongkong und Shenzhen.

Der Sprecher von Taiwans Kommission für Festlandangelegenheiten (MAC) Chiu Chiu-cheng forderte von Peking Details über die Festnahme von Lee und genaue Angaben zu Grund und Zeitpunkt der Festnahme.

Peking wurde ferner zur Inkenntnissetzung von Taiwans Regierung und der Angehörigen Lees entsprechend des zwischen beiden Seiten bestehenden Abkommen zur Verbrechensbekämpfung aufgefordert.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im März 2017, als der taiwanische Aktivist Lee Ming-che zwei Monate nicht aufzufinden war, bevor China dessen Festnahme bestätigte. Er wurde ein halbes Jahr später in einem Schauprozess wegen staatsuntergrabender Aktivitäten zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Kommentare

Aktuell in dieser Rubrikmehr