Präsidentin fordert China zu offenen Gesprächen auf

  • 11 February, 2019
  • 何得中
Präsidentin Tsai (zweite von rechts), Chen Ming-tung (rechts) (Bild: CNA)

Taipei–11. Februar 2019. Präsidentin Tsai Ing-wen hat die chinesische Regierung heute erneut zu Gesprächen ohne politische Vorbedingungen aufgerufen. Ihre Äußerungen machte Tsai auf einer Neujahrsveranstaltung der Stiftung für Austausch über die Taiwanstraße für taiwanische Geschäftsleute, die in China arbeiten.

Tsai sagte, dass ein enger Austausch zwischen Taiwan und China aufgrund der geografischen Nähe beider Seiten eine natürliche und notwendige Entwicklung sei. Allerdings dürfe dieser Austausch nicht durch irgendeinen politischen Rahmen eingeengt oder gestört werden.

„Nur wenn es zwischen beiden Seiten Gleichberechtigung und Würde gibt, gibt es auch einen gegenseitigen Vorteil. Das ist auch die gemeinsame Hoffnung von Taiwans Gesellschaft. Über Streitfragen zwischen beiden Seiten kann und sollte gesprochen werden, um Kontroversen und Unterschiede auszuräumen. Das war schon immer meine Überzeugung,“ so Tsai.

Der Vorsitzende der Festlandkommission Chen Ming-tung sagte, dass sich die Regierung stets hinter die taiwanischen Geschäftsleute in China stellen würde. Gerade wegen neuer Ungewissheiten durch den Handelskrieg zwischen den USA und China müssten die Geschäftsleute noch mehr Unterstützung von der Regierung erhalten.

Medienberichten zufolge waren den heutigen Feierlichkeiten die Leiter von Verbänden für taiwanische Geschäftsleute in Peking und Schanghai fern geblieben. Chen zufolge sollte deren Abwesenheit aber nicht als ein Protest gegen die scharfe Kritik der Präsidentin gegenüber China gewertet werden.

Angesichts von Äußerungen von Chinas Staatschef Xi Jinping zum Ziel einer Vereinigung von Taiwan und China mahnte Chen die Taiwaner zu mehr Zusammenhalt. In einer Rede von Anfang Januar hatte Xi unter anderem betont, Taiwan notfalls auch unter Gewaltanwendung mit China zu vereinen.

Chen sagte: „Als Staatsoberhaupt der Republik China hatte die Präsidentin sofort ihren Standpunkt zum Schutz der Souveränität des Landes betont und Xis Forderungen zurückgewiesen. Vom Staatsoberhaupt über die Regierungsbeamten bis hin zu den Bürgern müssen wir gemeinsam gegenüber Peking nein sagen.“

In ihrer Rede appellierte Tsai heute auch an die taiwanischen Geschäftsleute in China, nach Taiwan zurückzukehren und im eigenen Land zu investieren. Die Regierung sei darum bemüht, die von den Geschäftsleuten kritisierten Mängel vom Wirtschaftsstandort Taiwan zu beheben.

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